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Süddeutsche Zeitung , 01.07.2008, München

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Running Order Show leidet unter fehlendem Bekanntheitsgrad
Schleppend angelaufen

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Da die Sommer-Ispo abgesagt ist, treffen sich Adidas & Co. erstmals auf einer eigenen Veranstaltung im MOC

Von Otto Fritscher. Es gibt Power-Riegel, Iso-Drinks, Spezial-Socken, natürlich Laufschuhe, und das alles bis zum Abwinken. Nur das Besucher-Interesse hält sich an diesem Vormittag noch in Grenzen. Die Running Order Show, so heißt die Spezialmesse im MOC an der Lilienthalallee, ist augenscheinlich schleppend angelaufen. Was bei den meisten der rund 100 Ausstellern allerdings auf Verständnis stößt, wie bei einem Rundgang durch die zwei Atrien über den Hallen 1 und 2 zu erfahren ist. Die Laufmesse ist eines von zwei Projekten, die die Messe München nach dem Aus der Sommer-Ispo aufgelegt hat. "Die Running Show ist für uns einfach sehr kurzfristig angesetzt worden", sagt etwa Stefan Mayrhofer, Manager bei der Garmin Deutschland GmbH mit Sitz in Gräfelfing. Er habe sich eine bestimmte Anzahl von Händlerkontakten und ein bestimmtes Auftragsvolumen vorgenommen. "Wenn wir das erreichen, kommen wir nächstes Jahr wieder." Der Zulauf müsse aber am Dienstag, dem letzten Tag der Running Show, noch deutlich besser werden. Garmin vertreibt hochwertige Laufcomputer mit GPS-Funktion.

"Diese Messe hat eine Chance verdient", findet Alexander Hill, Manager beim Sportausrüster Puma. "Noch ist es aber sehr ruhig, ich hätte mehr Händler hier erwartet." Auf der Ispo war Puma nicht mehr vertreten, zum Spezial-Lauftreff ist die Firma aber sofort gekommen, "Wer den Running-Markt ernst nimmt, muss hier in München dabei sein", ist Hill überzeugt. Puma ist ein Beispiel für jene großen Firmen wie Adidas oder Nike, die der Sommer-Ispo ade gesagt hatten, weil sie dort keinen entsprechenden Rahmen für ihren Auftritt sahen. Und ohne die Branchen-Größe verkümmerte die Sommer-Ispo zusehends.

"Wir waren bei der Ispo dabei" , berichtet Iris Ortner von Flexi-Sports. Am Stand dieses Münchner Unternehmens geht es schweißtreibend zu. Auf dem Laufband werden nicht nur Kilometer gefressen, sondern neben der Beinmuskulatur auch der Oberkörper gestärkt, indem man mit Spezialgewichten in den Händen rennt. "Das schöne Wetter und der Stadtlauf haben verhindert, dass am Sonntag mehr Besucher gekommen sind, Heute geht es ja", sagt Ortner. Ortswechsel in Halle 4 des MOC: Die Szenerie erinnert an längst vergangen geglaubte Zeiten des real existierenden Sozialismus: An einem Stand sind nur Baseball-Käppis zu sehen - ein einziges Modell, dafür aber in zig verschiedenen Farben, Ein anderer Aussteller bietet ausschließlich Schlittschuhe an, ohne Hersteller-Bezeichnung und ohne Markenemblem. Auch die Rucksäckel am Stand nebenan tragen keinerlei Signets oder Herstellerbezeichnung, die Rückschlüsse zulassen würden auf die Marke, unter der sie später verkauft werden, Doch diese Einheits-Modelle sind genau das, was auf der zum ersten Mal überhaupt stattfindenden "Sports Source Europe" gezeigt wird. Die Fußbälle, Fitness-Klamotten oder Schwimm-Brillen stammen zumeist aus China oder aus Taiwan. Die Interessenten für diese No-Name-Produk¬te kommen aus der Sportbranche oder dem Einzelhandel, und sie suchen Waren, die sie dann unter ihrem eigenen Markennamen verkaufen können. "Ein übliches Verfahren", erläutert Susanne Fischer, Marketing-Chefin der Konsumgütermessen bei der Messe München.,

Nicole Fritsche ist dennoch nicht mit der neuen Ausstellung zufrieden, "Wir sind extra aus der Schweiz nach München gekommen, "um Neuheiten aus der Tennisbranche zu finden", sagt sie, Das Unternehmen, für das Fritsche arbeitet, betreibt Tenniscenter. "Wir haben leider nichts gefunden und werden nach Basel zurückfahren", sagt sie. Die Messe müsse bekannter werden, Eine Aussage, die auch Long Nuan Xing, Geschäftsführerin eines Sportartikelherstellers aus dem chinesischen Guangzu, teilt, "Auf der Ispo war es besser" , lässt sie übersetzen, Bisher war der Sourcing-Bereich nämlich ebenfalls ein kleiner Teil der großen Sommer-Ispo. Ihre Folgerung: Die Sourceing-Messe braucht mehr Werbung. "Das gilt auch für die Running Order Show", sagt Puma-Manager Hill. Messe-PR-Frau Fischer nickt, Schließlich ist schon aus manch schleppendem Anlauf ein beeindruckender Sprint geworden.

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